Bernd Voigt - Nahaufnahme Der Feuerwehrmann für alle Aufgaben

Bernd

Von Uwe Kellner - anpfiff.info

Der Weg von Bernhard Voigt, den alle nur Bernd nennen, begann beim SK Lauf. Ein einziges Mal in seiner Laufbahn wechselte er den Verein und wurde seither beim TSV Neunhof glücklich - und das in sämtlichen Aufgabenbereichen, in denen er über die Jahre tätig war. Eigentlich heißt Bernd Voigt ja Bernhard Voigt, aber da er schon immer Bernd genannt wird und ihn jeder unter diesem Namen kennt, will auch anpfiff.info dabei bleiben. Durch Freunde und gutes Zureden des Vaters wurde der in Lauf aufgewachsene Bursche Fußballer und schloss sich mit fünf, sechs Jahren dem SK Lauf an. "Damals gab es kein Kleinfeld, deswegen habe ich gleich im Großfeld angefangen. Ich habe dann fünf Jahre in der D-Jugend gespielt", erinnert sich der heute 58-Jährige. Auf´s halbe Feld durfte er erst, nachdem er sich ein paar Saisons mit den Großen duelliert hatte. Erst dann gab es eine Kleinfeldmannschaft. "Ich war immer mit Abstand der Kleinste. Dafür war ich ziemlich flink und habe im Sturm angefangen." Die gesamte Jugend kickte Bernd Voigt in der Offensive. In der A-Jugend hieß die Spielklasse sogar Bayernliga, so dass er sich mit den Spitzenclubs wie dem 1. FC Nürnberg messen konnte. Trainer in Lauf war zu jener Zeit Andreas Buß. "Nach der Jugend hat es dann leider nicht für die Erste Mannschaft gereicht, die gerade in der Landesliga gespielt hat. Da hat die Qualität gefehlt. Das muss ich neidlos anerkennen. Stattdessen habe ich dann noch ein paar Jahre in der Zweiten mitgemacht, war dann sogar hin und wieder Vorstopper." Bis zum Alter von 22 Jahren blieb Bernd Voigt beim SK Lauf.Bernd Voigt (li.) spielte mit dem SK Lauf in der Junioren Bayernliga gegen den 1. FC Nürnberg. anpfiff.info Einmal Neunhof und nicht mehr zurück Im Nürnberger Land wurde nun ein anderer Verein auf den Laufer aufmerksam. Der TSV Neunhof streckte seine Fühler nach dem jungen Bernd Voigt aus. Der Verein war in der Saison 1983/84 gerade unter Trainer Horst Preller in die Kreisliga aufgestiegen und suchte Personal für die neue Spielklasse. Da Bernd Voigt bereits einige Spieler kannte, wie zum Beispiel Torwart Dieter Greißel, mit dem er in der Laufer A-Jugend zusammen gekickt hatte, entschloss er sich zu seinem ersten und letzten Vereinswechsel. "Außerdem hat mich die Liga in Neunhof gereizt", ergänzt er. Beim TSV wurde der Fußballer nun endgültig ein Defensivakteur und spielte Manndecker oder Vorstopper. Dabei nahm er sogar die Position von Neunhofs Urgestein Jürgen Spörl ein, was der guten Beziehung der beiden aber bis heute nicht geschadet hat. Bis ins Alter von 28 Jahren war Bernd Voigt Stammkraft der Neunhofer Mannschaft, für eine halbe Saison übernahm er sogar das Amt des Spielertrainers. Dann jedoch musste er verletzungsbedingt ausscheiden. "Ich zog mir einen Bandscheibenvorfall zu und habe zwei Jahre gar nicht mehr gespielt." Als er wieder einigermaßen konnte, fing er in der AH-Mannschaft an, wo man sich ein wenig zurücknehmen kann, wenn es nicht mehr geht.Bernd Voigt (oben 3. v. li.) als Feldkreismeister mit der AH in der Saison 2003/04. anpfiff.info Die Arbeit neben dem Platz startet Zur Saison 1999/2000 übernahm Bernd Voigt das Traineramt der A-Jugend. Das war für ihn nichts Neues, denn bereits zuvor war er Co-Trainer von Erwin Distler in der Jugend des SK Lauf, wo sein Sohn Christian mit dem Fußballspielen begann. "Der Erwin kam aus Simonshofen und ich war bei Neunhof. Zusammen haben wir dann die Laufer Jugend gecoacht", lacht Bernd Voigt. Vor dem Engagement als Jugendtrainer in Neunhof hat er sich jedoch zuerst gewehrt und war nicht gleich überzeugt. "Dann, nachdem ich mit den Jungs angefangen habe, hat es mir aber sofort richtig viel Spaß gemacht", gibt er zu. Dabei blieb es jedoch nicht, denn in seinem zweiten Jahr als U19-Trainer brauchte der TSV Neunhof spontan einen Coach für die Erste Mannschaft. Bernd Voigt sprang ein und übernahm den Posten zusammen mit Jörg Klaus, dem Bruder von Fred und Gerd aus der bekannten Eckenhaider FußballerFamilie. Auch in diesen Posten wuchs Bernd Voigt hinein und blieb solange Coach, bis er von Darius Bodjrenou beerbt wurde. Jetzt begann die Zeit des nahtlosen Übergangs von Posten zu Posten. Bernd Voigt wurde vom Trainer direkt Spielleiter, später nochmal Interimstrainer und danach Sportlicher Leiter seines Vereins und ist nebenbei seit 2003 als Verwaltungsmitglied tätig. "Der Feuerwehrmann für alle Aufgaben", lacht der 58-Jährige. Bei den jüngsten Erfolgen des TSV Neunhof, wie beispielsweise dem Aufstieg in die Kreisliga und der Relegation zur Bezirksliga, war er stets mit an Bord. Über die Jahre merkt der Routinier Veränderungen im Amateurfußball. "Die Qualität des Trainings ist anders geworden. Früher haben wir Kraft und Kondition gebolzt bis zum Umfallen. Das würde heute kein Spieler mehr mitmachen", schmunzelt der Funktionär. "Mittlerweile ist der Fußball schneller und technisch besser geworden. Außerdem hatten wir früher vielleicht so 13 bis 14 Fußballer in der Mannschaft. Heute haben wir in Neunhof 20 Spieler, die du ohne großen Qualitätsverlust wechselnkannst." Aber nicht alles habe sich in seinem Wunschverein geändert. Vieles konnte sich der TSV Neunhof bewahren. "Die Kameradschaft in Neunhof ist weiterhin ausgezeichnet, das kannte ich aus meiner Zeit in Lauf nicht. Wenn wir eine Spielersitzung haben, trifft sich der ganze Verein im Sportheim. Die Fußballer und Zuschauer gleichermaßen. Das hast du eben nur im Dorfverein." Alle bleiben sitzen und lassen die Gemeinschaft aufleben. Bernds Sohn Christian trainiert die Zweite Mannschaft des TSV Neunhof und das mit Erfolg. Auch der Junior ist voll dabei. Den Vater freut das. "Mir macht die Arbeit hier in Neunhof nach all den Jahren unverändert Spaß", unterstreicht der Ehrenamtler. "Aber ich muss das jetzt nicht bis zum Umfallen machen." Sollte sich ein engagierter junger Nachfolger finden, würde ihn Bernd Voigt anlernen und sich danach ein wenig zurückziehen. Bis es soweit ist, wird der Laufer, der seine fußballerische Heimat in Neunhof gefunden hat, weiterhin den sportlichen Fortschritt des Kreisligisten an vorderster Front mitbegleiten. Bernd Voigt beim TSV Neunhof. Das passt einfach.